Bildung in folgenden Punkten

1. Somatogenese

Somatisch stammt vom griechischen Wort Soma ( Körper, Leib ) ab und bezeichnet alles Körperliche. Im Alltag betrifft es bei mir diese Beispiele:

  • Händewaschen
  • Laufen, Krabbeln, Springen, Hüpfen
  • Raum für Pause / erholsamer Schlaf
  • Lust auf gesunde und abwechslungsreiche Ernährung
  • Sauberkeitserziehung
  • Zähneputzen

Dies alles gehört zur somatischen Kultur. Bei Kleinstkindern spielen Ernährung,  IMG_2804Bewegung/Fortbewegung und Körperpflege eine große Rolle. Die aufgelisteten Punkte nehmen einen Großteil der Tageszeit in Anspruch. Was den Kindern gut tut, versuche ich mir immer wieder vor Augen zu halten um Gutes für die körperliche Entwicklung und das Wohlbefinden des Kindes zu bewirken.
Ein wichtiger Punkt in der Somatogenese ist für mich die Sauberkeitserziehung eines Kindes. Sie ist ein wichtiger Entwicklungsschritt welcher voraussetzt, dass das Kind die Blasen- und Darmentleerung kontrollieren kann. Gerade das Erreichen der Blasenkontrolle ist zunächst ein Reifungsphänomen, welches vom Gehirn gesteuert wird und bei jedem Kind zu einem anderen Zeitpunkt eintritt. Diese Reifungsschritte können nicht beschleunigt, aber behutsam begleitet werden. Wichtig ist hier zunächst eine gute Beobachtung des Kindes um den „richtigen Zeitpunkt“ abzupassen. Unverzichtbar für mich sind in diesem Zusammenhang die Absprache und Zusammenarbeit mit den Eltern, ohne die nur schwer Erfolge erzielt werden können.

2. Sozialisation

Kinder brauchen am Anfang ihres Lebens zuerst eine sichere Bindung zu den Eltern und ihren Geschwistern. Erst wenn sie darauf vertrauen können, streben sie nach Kontakt zu Gleichgesinnten und anderen Erwachsenen. In diesem Stadium sind regelmäßige Bezugspersonen für die Persönlichkeitsentwicklung eines jungen Menschen sehr gewichtig.

Ich bin mir dessen bewusst und versuche nicht nur für die Kleinen da zu sein, sondern auch ihren Eltern beim „ersten Loslassen“ in der Eingewöhnung zur Seite zu stehen.

Kinder bilden sich sozial in Spielräumen fort. Ein wertvolles Miteinander in der Gruppe mit einem respektvollen Umgang ist mir wichtig. Außer dem versuche ich nach folgenden Grundsätzen zu handeln:

  • Die Würde des Kindes achten
  • Trost geben bei Niederlagen oder Ungerechtigkeiten
  • Aufrichtiges Interesse an den Kindern und ihren Eltern
  • Offenheit für „Kinderquatsch“

3. Kommunikation

Kommunikation ist im Spiel, in der Bewegung und in der direkten Rede zu finden. Oft kann man in einem einzigen Augenaufschlag erkennen, ob ein Mensch kommunikativ oder gerade mit sich selbst beschäftigt ist.
Durch das Beobachten der Kinder kann ich sehen und hören, wie sie sich Unterhalten und wie dringlich ihr Anliegen ist. Im Gegensatz dazu, versuche ich auch in meiner Kommunikation zu differenzieren und die kommunikativen Fähigkeiten in Mimik und Gestik zu prägen.

Kommunikationsfördernde Ideen sind zum Beispiel: Flüsterpost, Rollenspiele, Lieder mit Reimen und Handlungen oder der Tischspruch vor dem Essen:

„1, 2, 3, 4, 5, 6, sieben – Guten Appetit ihr Lieben!“

Das Essenziellste, was ich in meinem bisherigen Leben als Musikpädagogin gelernt habe, ist die Wiederholung. Zum Beispiel dieser Tischspruch. Ist es nicht toll, sich nach Jahren an so einen prägenden Tischspruch zu erinnern? Selbst wenn man ihn nicht mehr aktiv zelebriert

Ich finde, JA! 🙂
Hier noch ein paar Leitgedanken zum Thema Kommunikation:

  • Im Spiel ist alles richtig. Bringt mir ein Kind ein Klangholz symbolisch für ein Würstchen, ist es in dem Moment ein Würstchen.
  • Sätze wie „Das heißt nicht…“ hoffe ich aus meinem Sprachgebrauch gestrichen zu haben.
  • Ich wünsche mir, Zeit für die meisten schillernd geschilderten Gedanken der Kinder zu haben!
  • Verbale Verbesserung in Form von kritikloser korrekter Wiederholung
  • Beim Singen, Basteln und Spielen versuche ich vieles zu Benennen. Denn Kinder lernen nach dem Grundsatz: Erfahren, Erkennen, Benennen.

4. Naturwissenschaft

Bei der naturwissenschaftlichen Bildung gibt es sehr viele Fragen, welche die Kinder stellen. Die Antworten darauf sind selten leicht und verständlich wieder zu geben. Trotzdem werde ich versuchen auf die meisten Fragen eine Antwort zu finden, selbst wenn es ein wenig Mühe und Recherche kostet.

  • Warum liegt Schnee?
  • Warum regnet es?
  • Warum liegen die Blätter auf der Erde und hängen nicht mehr am Baum?
  • Wieso ist die Banane krumm und warum darf man die gelbe Schale nicht mit essen?
  • Warum ist der Ball rund und nicht eckig?

Die Jüngsten der Jüngeren werden zwar noch nicht so gezielte Fragen stellen, aber die Vermittlung physikalischer Grundgesetze wird im Alltag immer wieder auftauchen. Alle Kinder finden letztendlich auf unterschiedlichem Wege ihre Erklärungen. Sie werden dazu angehalten verschiedene Prozesse in der Natur zu beobachten und ich werde mit meinem Wissen ergänzend zur Seite stehen.

Mathematik in der Naturwissenschaft

Keine Sorge, ein Kind muss kein Genie sein oder werden!

Die Mathematik macht sich jedes Kind zu Eigen, indem es beispielsweise Bausteine nach Farbe, Form und Größe sortiert, in eine Reihe legt und abzählt.
Darauf aufbauend bildet sich eine Vorstellung für Mengen und Größen, was zunächst vielleicht noch verbesserungswürdig ist, aber es wird Interesse für mathematische Zusammenhänge geweckt und ein Grundstock für die später weiterführende Entwicklung gelegt.

Weitere Beispiele für diesen Lernzweig: Form und Konsistenz von Schokolade können sich verändern. Wenn man sie kühlt wird sie nach einem warmen flüssigen Zustand wieder fest.
Biologisches Interesse wird geweckt wenn beispielsweise die Ringe eines Baumstammes gezählt werden und damit das Alter bestimmt wird. Überall in der Umwelt trifft das Kind auf Fakten, Zahlen, Mengen und Formen mit denen es sich auf seine Art und Weise beschäftigen möchte.
Ich biete den Kindern mehrere Bereiche in der Tagespflege, die zum eigenständigen Forschen und Denken mit Gegenständen gedacht sind.

5. Ästhetik (Sinneswahrnehmung)

Die ästhetische Bildung bewegt sich rund um das Wahrnehmen mit allen Sinnen. Unsere Kinder entdecken und erforschen ihre Umwelt mit allen Sinnen die sie haben. Sie fühlen, sehen, hören, riechen und schmecken. So formen sie ihre Sinneseindrücke.

Dazu zählen auch Eindrücke aus verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel dem bildnerischen Gestalten, Handwerk, Tanz, Musik, aber auch das Vorlesen.

Das Vorlesen von Geschichten kann für Kinder ein sehr prägendes Erlebnis werden. Die Phantasie wird angeregt, Bilder zu den Geschichten zu entwickeln. Die entstandenen Bilder können zudem nur so bunt sein, wie phantasievoll sie von den Kindergedanken gemalt werden. Diese Schutzfunktion versuche ich aufrecht zu erhalten, indem der Fernseher im Tagesmutteralltag keine Rolle spielt.